Die Hauptsätze der Upanishaden

1
«Das bist du»

2
«Ich bin das Brahman»
Im Anfang war nämlich das Brahman diese Welt. Das wußte
nur sich selbst: ich bin das Brahman. Dadurch wurde es zum
Weltall. Wer immer unter den Göttern es erkannte, der
ward zu ihm, desgleichen unter den Rishis und Menschen.
Das erschauend stimmte der Rishi Vamadeva das Lied an:
«Ich ward Manu und die Sonne» (Rigveda 4.26.1). Darum
wird auch heutigen Tages, wer also weiß: «ich bin das Brahman»,
zu diesem Weltall. Auch die Götter haben keine
Macht über ihn, daß er es nicht werde, denn er wird ja zum
eignen Selbst dieser.

3
«Das Brahman ist dieser Atman»
Dieses Brahman hat nichts vor ihm und nichts nach ihm,
nichts was in ihm oder was außer ihm wäre. Das Brahman
ist dieser Atman, der sich als das All fühlt.

4
«Das ist deine Seele, der innere Lenker, der Unsterbliche»
Der in der Erde ruht und doch ein anderer als die Erde ist,
von der die Erde nichts weiß, dessen Körper die Erde ist,
der die Erde innerlich lenkt, das ist deine Seele, der innere
Lenker, der Unsterbliche.

5
«Er, der hier im Menschen und der dort in der Sonne ist,
der ist Einer»

6
«Erkenntnis ist die Wurzel, das Brahman ist Erkenntnis»
«Wer ist der, den wir uns als Atman vorstellen? Welcher von
beiden (der allgemeine oder der individuelle) ist der Atman?
Womit man die Form (Farbe) sieht oder womit man
den Ton hört oder womit man Gerüche riecht oder womit
man die Sprache gliedert oder womit man Süßes und Nichtsüßes
unterscheidet (i)?

Dieses Herz und Denken, dieses Bewußtsein, Wahrnehmen,
Verstehen, Erkennen, Verstand, Einsicht, Entschlossenheit,
Nachdenken, Bedacht, Trieb, Erinnerung, Entschließung,
Wunsch, Lebensgeist, Liebe, Wille, alles das
sind nur Ausdrücke für die Erkenntnis (2) .

Er (der wahre Atman) ist Brahman, er ist Indra, Prajapati,
er ist all diese Götter, und diese fünf Elemente: Erde, Luft,
Raum (als feinste Substanz gedacht, der Äther), Wasser,
Licht und was sozusagen das Kleinzeug ist, die unterschiedlichen
Keime: die eigeborenen, die als Leibesfrucht geborenen,
die schweißgeborenen und die hervorgesprossenen Rosse, Rinder, Menschen, Elefanten, alles Lebendige, was kriecht und fliegt und was unbeweglich ist, alles das wird
von Erkenntnis gelenkt, wurzelt in der Erkenntnis: Die
Welt wird von Erkenntnis gelenkt, Erkenntnis ist die Wurzel,
das Brahman ist Erkenntnis (d. h. nur Gegenstand der
Erkenntnis) (3).

7
«Das Brahman ist Erkenntnis, Wonne»

8
«Das Brahman ist Wahrheit, Erkenntnis ohne Ende»
Der Brahmanwissende erlangt das Höchste. Davon spricht
folgende Strophe:
Das Brahman ist Wahrheit, Erkenntnis ohne Ende. Wer
das Brahman kennt, das im Verborgenen ruht, im höchsten
Himmelsraum, der erlangt alle Wünsche zugleich mit dem
redekundigen Brahman.

9
«Eben dieser Geist (Purusha) ist das Brahman»

10
«Wahrlich, das Brahman ist dieses All»

11
«Nur Seiendes war im Anfang diese Welt, o Lieber, nur Eins
ohne ein Zweites»