Jiddu Krishnamurti – Seine Perlen der Weisheit

Jidda Krishnamurti war ein indischer Denker, der ein wichtiges Erbe hinterlassen hat, das zum Nachdenken einlädt. Dieser Weltbürger erkannte keine Nationalität, keine Religion, keine soziale Klasse und keine Rasse an. Er setzte sich für Eintracht und die Abschaffung aller Arten von Grenzen ein. 1984 wurde ihm die Friedensmedaille der Vereinten Nationen verliehen. Im Alter von 90 Jahren verstarb er, aber sein Werk wurde in viele Sprachen übersetzt und ist nach wie vor sehr relevant.

Alle Ideologien, ob religiöse oder politische, sind idiotisch, denn es ist das begriffliche Denken, das begriffliche Wort, das die Menschen auf so unglückliche Weise gespalten hat.

Alleinsein ist keine Isolation, es ist nicht das Gegenteil von Einsamkeit, es ist ein Seinszustand, wenn alle Erfahrung, alles Wissen ein Ende haben.

Indem wir etwas einen Namen geben, begrenzen wir uns darauf, es in eine Kategorie zu stecken, und glauben, dass wir es verstanden haben; wir schauen nicht mehr genauer hin. Aber wenn wir es nicht benennen, müssen wir genauer hinschauen. Wir nehmen die Blume, oder was auch immer, in einem ganz neuen Licht wahr; wir schauen sie an, als ob wir so etwas noch nie zuvor gesehen hätten

Wenn jemand immer aufmerksam ist, wird er sensibel, und sensibel sein bedeutet, eine innere Wahrnehmung für Schönheit, ein Gefühl für Schönheit, zu haben.

Die Wahrheit ist befreiend, nicht das Bestreben nach Freiheit.

Niemand kann jemand anderen in ein psychologisches Gefängnis stecken, wir sind schon da.

Wenn man liebt, muss Freiheit da sein, nicht nur von dem anderen, sondern auch von sich selbst. Einem anderen anzugehören, von einem anderen seelisch gestützt zu werden, von einem anderen abhängig zu sein – dadurch entsteht innere Unruhe, Furcht, Eifersucht, Schuldgefühl. Und solange Furcht da ist, gibt es keine Liebe. Ein Mensch, der von Kummer geplagt wird, kann niemals wissen, was Liebe ist. Sentimentalität und Gefühlsüberschwang haben nichts mit Liebe zu tun. Und so ist Liebe mehr als nur Vergnügen und Begehren. Liebe ist nicht die Frucht der Gedanken, die immer aus dem Vergangenen kommen. Aus dem Denken kann sich unmöglich Liebe entwickeln. Liebe wird nicht durch Eifersucht eingeengt und eingefangen, denn auch Eifersucht hängt mit dem Vergangenen zusammen. Liebe ist immer lebendige Gegenwart. Sie ist nicht ‚Ich will lieben‘ oder ‚Ich habe geliebt.‘ 

Liebe gibt man sich selbst, so wie eine Blume ihren Duft versprüht.

Ohne Meditation fehlt dem Leben das Parfum, die Liebe.

Ihr müsst darauf bestehen, dass ihr eine Art von Unterricht bekommt, die euch dazu anregt, frei und ohne Furcht zu denken, die euch hilft, Dinge zu erforschen, zu verstehen; ihr müsst dies von euren Lehrern einfordern.

Man versteht nicht zuerst und handelt dann. Wenn man versteht, wenn man wirklich versteht, dann ist das bereits eine Handlung.

Das bedeutet, dass ihr auf euch selbst aufpassen müsst, dass ihr euch der Einflüsse, die versuchen, euch zu kontrollieren und zu dominieren, bewusst werden müsst; das bedeutet, dass ihr niemals etwas hinnehmen dürft, ohne nachzudenken, sondern immer alles hinterfragen, nachforschen und euch ständig in der Rebellion befinden müsst.

Das Leben ist ein Mysterium – weder ein Mysterium, wie man es in Büchern findet, noch ein Mysterium, über das die Leute sprechen, sondern ein Mysterium, das jeder für sich selbst entdecken muss; und deshalb ist es so wichtig, die kleinen Dinge zu kennen, das Begrenzte, das Triviale, um darüber hinauszugehen.

Sie haben Angst davor, alle Dinge loszulassen. Sie haben Angst davor, das ganz und in der Tiefe, aus der Tiefe Ihres Seins, loszulassen und mit dem Unbekannten zu verbleiben, das der Tod ist. Können Sie, der Sie das Ergebnis des Bekannten sind, in das Unbekannte eintreten, das der Tod ist? Wenn Sie das wollen, muss es geschehen, während Sie leben, gewiss nicht im letzten Augenblick. Während des Lebens das Haus des Todes zu betreten ist nicht bloß eine morbide Idee, es ist die einzige Lösung. Können wir das, was nicht messbar ist, das, was der Erfahrende nur in seltenen Augenblicken erhaschen kann, können wir das kennen, während wir ein reiches, erfülltes Leben leben – was immer das bedeutet – oder während wir ein elendes, verarmtes Leben leben? Kann der Geist von Augenblick zu Augenblick jeder seiner Erfahrungen gegenüber sterben und niemals ansammeln?

Wenn Du Disziplin und Willen gebrauchst, um zu lieben, fliegt die Liebe zum Fenster hinaus. Wenn Du die Liebe nach einer Methode oder einem System praktizierst, magst Du außerordentlich geschickt werden oder freundlicher, oder Du magst in einen Zustand der Gewaltlosigkeit geraten, aber das hat nichts mit Liebe zu tun. In dieser zerrissenen, wüsten Welt gibt es keine Liebe, weil Vergnügen und Begehren die Hauptrollen spielen. Doch ohne Liebe hat Dein Leben keinen Sinn. Und ohne Schönheit ist keine Liebe möglich. Schönheit ist nicht etwas, das Du siehst – nicht ein schöner Baum, ein schönes Bild, ein schönes Gebäude oder eine schöne Frau. Schönheit ist nur vorhanden, wenn Du im tiefsten Herzen weißt, was Liebe ist. Ohne Liebe und ohne das Gefühl für Schönheit gibt es keine Tugend, und Du weißt sehr wohl, dass Du mit all Deinem Tun – die Gesellschaft verbessern, den Armen zu essen geben – nur mehr Unheil schaffen wirst, denn ohne Liebe ist in Deinem Herzen und in Deinem Geist nur Hässlichkeit und Armut. Aber wenn Liebe und Schönheit in Dir wohnt, ist alles, was Du tust richtig, ist alles, was Du tust in Ordnung. Wenn Du zu lieben weißt, dann kannst Du tun, was Du willst, dann werden sich alle Probleme lösen. 

Ein Mensch, der glücklich ist und liebt, sehnt sich nicht nach Besitz. Er lässt sich nicht durch Macht, Status oder Autorität verführen. Nur die Unglücklichen, die Leidenden, streben nach Macht und Erfolg, um ihrer eigenen Unzulänglichkeit zu entfliehen.

Es ist nicht so, dass Du frei von Angst sein musst. In dem Moment, wo Du versuchst, Dich von der Angst zu befreien, erzeugst Du einen Widerstand gegen die Angst. Notwendiger, als vor ihr wegzurennen, sie zu kontrollieren oder sie zu unterdrücken, ist es, die Angst zu verstehen. Das bedeutet, sie Dir anzusehen, etwas über sie unmittelbar zu lernen, mit ihr in direkten Kontakt zu kommen.